Es ist Samstag, heute Abend um 22:30 soll die Finnmarken in See stechen. Noch etwas Zeit also, sich Bergen anzuschauen. Gottseidank kommt die Stadt ihrem Ruf als Regenhauptstadt Europas nicht nach. Im Schnitt regnet es hier an fast 250 Tagen. Heute ist aber fast perfektes Wetter. Die Sonne scheint und es sind nur wenige Wolken am Himmel. Nur der Wind ist etwas frisch.

Bergen, am Byfjord gelegen, ist mit rund 270.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Norwegen und wird auch als das Tor zu den Fjorden bezeichnet. Bergen ist Ausgangspunkt der Hurtigruten-Linie und der Bergen-Bahn nach Oslo.

Bryggen

Hurtigruten2016-DSC01070++

Bryggen wie zur Hansezeit

Bryggen bzw. Tyskebryggen (Deutsche Brücke) ist wohl die Hauptsehenswürdigkeit in Bergen. Im 14. Jahrhundert richtete die Hanse hier eine Handelsniederlassung, woraus bald ein Wohn- und Geschäftsviertel entstand. Als Beispiel für hanseatische Baukunst gehört Bryggen heute zum UNESCO Weltkulturerbe. Sehr sehenswert. Als ich dort war, waren kaum Leute unterwegs und man fühlt sich in eine andere Zeit versetzt, wenn man durch die engen Gassen aus Holzdielen schlendert.

Fløyen – Der Hausberg

Der Blick vom Hausberg Bergens

Der Blick vom Hausberg Bergens

Auf den Fløyen kann man bequem mit einer Standseilbahn hochfahren. Man hat von dort eine phänomenale Aussicht über Stadt und Hafen. Entsprechend dem Wetter war dann auch der Teufel los. Aber der Aussicht wegen lohnt es sich schon, da hoch zu fahren oder zu spazieren. Oben gab es dann noch eine frisch gegrillte Pølse, wir würden Hot Dog dazu sagen, und ein Kaltgetränk.

Detail an der Maschine

Gegen 17:30 wurde ich dann an meinem Hotel abgeholt und zum Hurtigruten-Anleger gebracht. Der Busfahrer klapperte noch eine ganze Menge anderer Hotels ab, ob jetzt Mitfahrer da waren oder nicht. Ich habe hier sogleich Optimierungspotenzial zur Verkürzung der Fahrzeit ausgemacht.

Beim Check-in erhielt ich dann meine Cruise Card, das Zahlungsmittel an Bord, wenn man das will, und noch ein paar andere Infos. Das Gepäck wurde mir abgenommen, das fand ich dann später vor meiner Kabinentür. Man wurde dann in einen Raum geschleust und musste sich dort eine Sicherheitsunterweisung anhören und ansehen. Erst dann durfte man an Bord, nicht ohne sich vorher die Hände zu desinfizieren. Die Sauberkeit und die Desinfektion der Hände ist sowieso ein großes Thema. Man wird auch beim Betreten des Restaurants aufgefordert, sich die Hände zu desinfizieren. Offenbar gab es da in der Vergangenheit Probleme.

Nach einem wirklich opulenten Büffet und einem Vortrag des Reiseleiters Heinz aus der Schweiz (ich glaube, er ist mit Emil Steinberger verwandt), warteten wir also auf das Ablegen der Finnmark. Heinz forderte uns auf, die Abfahrt gemeinsam im Panoramasalon zu verbringen. Aber um 22:30 passierte nichts. Mein Tischnachbar meinte, der Kapitän hat den Zündschlüssel verloren. Kurz darauf kam dann die Durchsage des Kapitäns, das wegen eines „Details an der Maschine“ ein Auslaufen nicht möglich sei. Aber um 23:30 ginge es dann los. Um 0:30 bin ich dann in meine Kabine gegangen und habe kurz vor eins gerade noch so die Abfahrt mitbekommen. Endlich – sailing away, fast 5000 Kilometer bis Kirkenes und zurück!

Ist der Beitrag interessant? Dann gerne teilen

Lothar Hahn

mein Name ist Lothar, Jahrgang 1955, Schwabe mit Leib und Seele. Ich bin gern unterwegs, interessiert an Kunst und Kultur, der Fotografie, dem Computer und an Fußball.

Hier will ich Geschichten von unterwegs schreiben. Sehenswertes, Kulturelles, Interessantes und Spannendes.

Viel Spaß beim Lesen!

Letzte Artikel von Lothar Hahn (Alle anzeigen)