Tag vier der Reise. Und eindeutig war heute am meisten los. Zuerst haben wir auf 66° 33′  nördlicher Breite den Polarkreis überquert. Vereinfacht gesagt bedeutet das, dass wir in die Arktis vorgestoßen sind. Ganz richtig ist das zwar nicht, denn für die Abgrenzung der Arktis sind klimatische Kriterien ausschlaggebend. Durch den Golfstrom fängt die Arktis an der norwegischen Küste weiter nördlich an, ich bin noch in der Subarktischen Region. Aber sei’s drum, ich fühle mich bereits ziemlich arktisch und das Wetter passt auch dazu – ziemlich kalt.

 

Neptun taucht auf

Zu einer Polarkreisüberquerung gehört natürlich auch eine Polarkreistaufe. Und Neptun persönlich und der Kapitän gaben sich die Ehre, dieser Zeremonie beizuwohnen. Die Zeremonie besteht darin, dass man eine Kelle voll Eiswürfel in den Rücken gegossen und anschließend einen Schnaps zum aufwärmen bekommt. Außer man ist neues Besatzungsmitglied. Die müssen eine richtige Ice Bucket Challenge über sich ergehen lassen, bekommen dafür aber auch keinen Schnaps. Ein Zertifikat gab es auch noch, somit bin ich jetzt international erfahrener Polarkreisüberquerer 😉

Neptun himself

Neptun himself

       

RIB Safari in Bodø

Wie geil war das denn! Die RIB Safari war der absolute Höhepunkt bisher. RIB, das ist ein Schlauchboot mit festem Boden. Das Ziel der Ausfahrt mit vier Booten war der Saltstraumen, der stärkste Gezeitenstrom der Welt. Wir wurden vom Veranstalter mit Thermoanzügen (sie hatten tatsächlich einen in meiner Größe), Sturmhaube, Brille und Handschuhen ausgestattet. Dann ging es in die Boote, zwölf Personen in jedes RIB. Nach kurzer Begrüßung fuhren wir dann auch schon los.

Der Saltstraumen ist ein Gezeitenstrom, bei dem etwa 400 Millionen Kubikmeter aus einem Fjord in Richtung Meer und wieder zurück fließen. Das Wasser passiert dabei eine Engstelle und wird dadurch bis zu 40 km/h schnell. Durch die Geologie am Grund dieser Engstelle entstehen unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten und dadurch Wirbel. Allerdings waren wir zur falschen Zeit dort, die Gezeiten hatten gerade gewechselt, dementsprechend ruhig und unspektakulär war es dort.

Deutlich spektakulärer war die Fahrt zum Saltstraumen. Meike, unsere Fahrerin, stoppte an ein paar Stellen und erklärte uns einiges zur Geologie und der Tierwelt. So konnten wir junge Seeadler beobachten und Teile des kaldeonischen Faltengebirges sehen. Sehr bizarre Felsformationen. Aber der Hammer war dann immer, wenn Meike Gas gegeben hat. Dann ging es mit fast 60 km/h dahin. Großartig!! So kam es, das wir, laut Meike, in den zwei Stunden 60 Kilometer zurückgelegt haben. Und ganz ehrlich, ich habe noch immer leuchtende Augen. Seid bitte nachsichtig mit dem folgenden Bild. Ich habe viele Fotos aus der Hüfte geschossen, um ein wenig ein Gefühl für die Geschwindigkeit zu erzeugen. Denn im schaukelnden Boot, mit dicken Fäustlingen an den Händen und einer Windschutzbrille war es mir nich möglich, vernünftig zu zielen. Das Bild ist außerdem eine Ausschnittvergrößerung.

Highspeed auf dem Atlantik

Highspeed auf dem Atlantik

       

Trollfjord – leider nein

Von Bodø aus sollte es dann über Svolvær auf den Lofoten zum Trollfjord gehen, was aber an den Wetterbedingungen scheiterte. Es schneite ziemlich heftig. Das Trollfjord-Rahmenprogramm wurde aber trotzdem durchgeführt. Man konnte abends ab zehn einen Trollknert kaufen. Das ist nichts anderes als Grog. Der Trollknert war zum Schnäppchenpreis von rund 10 € zu haben, dafür durfte man das Krüglein behalten. Als Souvenirjäger habe ich das natürlich gemacht. Die Fischsuppe, die sehr lecker schmeckte, gab es dann für umme.

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Lothar Hahn

mein Name ist Lothar, Jahrgang 1955, Schwabe mit Leib und Seele. Ich bin gern unterwegs, interessiert an Kunst und Kultur, der Fotografie, dem Computer und an Fußball.

Hier will ich Geschichten von unterwegs schreiben. Sehenswertes, Kulturelles, Interessantes und Spannendes.

Viel Spaß beim Lesen!

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