Wir haben Honningsvåg und das Nordkap hinter uns gelassen und sind auf dem Weg nach Kirkenes, dem Wendepunkt der Reise. Dabei haben wir auch einen Stop in Vardø eingelegt. Eigentlich ein Hafen wie viele. Aus touristischer Sicht ist Vardø jedoch bemerkenswert, weil es der östlichste Hafen Norwegens ist und wir und damit östlicher als beispielsweise Istanbul oder St. Petersburg befunden haben.

 

Die russische Grenze

Ich habe für den Halt in Kirkenes den Ausflug zur russischen Grenze gebucht. Unterwegs haben wir auf einer Anhöhe angehalten um die Aussicht auf Kirkenes zu genießen. Na ja, vielleicht auch weil sonst der Ausflug zu kurz geworden wäre. Geschichtliches haben wir auch erfahren, nämlich wie der Prozess des Grenzfindung abgelaufen ist.

An der Grenze angekommen bot sich uns ein total unspäktakulärer Anblick, siehe Bild oben. Kein Stacheldraht, keine Wachtürme, keine Soldaten mit Maschinenpistolen oder was man sonst vielleicht noch als jemand erwarten würde, der die Zeiten des kalten Krieges noch miterlebt hat. Nichts von alledem, wir standen einfach vor einem geöffneten Eisentor. Dieses Tor hat es allerdings in sich. Denn wer da durchgeht, ist im norwegisch kontrollierten Grenzbereich und sollte besser alle Papiere und Stempel für eine Einreise nach Russland haben. Denn mit Durchqueren des Tores bekundet man die Absicht, nach Russland einzureisen. Falls man Dokumente und Visum nicht vorweisen kann, wird erstmal eingebuchtet und bekommt eine Anzeige wegen versuchtem illegalem Grenzübertritt. Da kennen die Norweger keinen Spaß, einfach mal schauen ist also nicht.

 

Vorposten russischer Lebensart

Die norwegisch-russische Grenze macht also optisch nicht viel her. Ganz im Gegenteil zu dem einsamen Kiosk, der kurz vor der Grenze steht. Der Kiosk wird von einem lokalen Fischer betrieben. Und zuerst dachte ich, das ist die letzte Bastion westlicher Lebensart kurz vor dem russischen Riesenreich. Allerdings staunte ich nicht schlecht, als ich in den Kiosk ging. Es war nämlich das genaue Gegenteil, es war der erste Vorposten russischer Lebensart im Westen. Denn in diesem Kiosk gibt es alles, was die russische Seele erfreut – Matrjoschka-Puppen in allen Farben und Größen, Pelzmützen und T-Shirt mit Emblemen der alten Sowjetunion, Bildchen mit den Konterfeis der russischen Führungsriege, mal im Schnörkel-Rahmen, mal als Kühlschrankmagnet. Sehr sehenswert, genauso wie der Schuppen neben dem Kiosk, man hat den Eindruck, in und vor der Hütte bewahrt der Fischer alles auf, was er so täglich braucht.

 

Der letzte Kiosk vor Russland

Der letzte Kiosk vor Russland

 

Souvenirs, Souvenirs

Souvenirs, Souvenirs

 

Was man halt so braucht...

Was man halt so braucht…

 

Fazit: Den Ausflug kann man machen, muss aber nicht.

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Lothar Hahn

mein Name ist Lothar, Jahrgang 1955, Schwabe mit Leib und Seele. Ich bin gern unterwegs, interessiert an Kunst und Kultur, der Fotografie, dem Computer und an Fußball.

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